Die Neugestaltung aktueller Geschäftsprozesse und/oder betrieblicher Strukturen wird auch als Restrukturierung oder einfach Change bezeichnet. Umbau im Unternehmen fällt zumeist mit Krisensituationen oder Effiziensteigerungs-Programmen oder strategischen Änderungen/Anpassungen zusammen wie zum Beispiel neue Angebotspalette, zusätzliche Dienstleistungen, veränderte Vertriebswege. Auch die Stillegung eines Betriebes oder eines Produktionsbereiches ist eine Umstrukturierung. Nicht jede Umstrukturierung muß für die Mitarbeiter negativ sein. Allerdings bedeutet sie für die Mitarbeiter vor allem: Arbeitskraft wird gebunden und je nach individueller Ausprägung Angst als auch empfundener Druck ausgelöst. Mitarbeiter möchten wissen: a) Was ändert sich, was bleibt ? was passiert mit mir ? wann und wie ? Der Rest ist eher nachrangig.

Manche Unternehmen ignorieren oder unterschätzen die Rolle und Bedeutung der Betriebsräte als Interessensvertretung der Mitarbeiter. Das Unternehmen als Arbeitgeber möchte so schnell wie möglich mit den Maßnahmen beginnen und die Kosten dabei kontrollieren. Doch wie soll dies prognostiziert werden ? Betriebsräte werden geschult auf die Konsequenzen von Umstrukturierungen und die Rolle des Betriebsrates hierbei. Dabei wird zunächst geklärt, ob eine Unternehmensumwandlung vorliegt oder eine Betriebsänderung oder ein Betriebsübergang oder der Sonderfall Betriebsübergang als Betriebsänderung. Schwieriger sind für Betriebsräte meist die cleveren Veränderungen, die schleichend und unerkannt erfolgen.

Die rechtlichen Regelungen verändern sich durch die EU und die Lebensrealität laufend. Werkvertragliche Lösungen spielen heute eine neue Rolle und der Einsatz von Leiharbeitern genauso. Eine Unternehmensumwandlung kann auch eine Spaltung oder Verschmelzung sein; ein Verkauf oder Wechsel der Gesellschafterform oder sonstige Änderungen auf der gesellschaftsrechtlichen Ebene.  Wie wird das Mandat des Betriebsrates davon berührt ? Entsteht ein gemeinsamer Betrieb ? Ist eine Veränderung der Betriebsrat-Landschaft damit beabsichtigt ? Wie ist das Schicksal von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen und Regelungsabreden ? Welche strategische, taktische und rechtliche Möglichkeiten hat der Betriebsrat ? Wie kann er diese durchsetzen ? Welche Berater darf er hinzuziehen ? Mit welchen Pflichtwidrigkeiten bei Arbeitgebern ist zu rechnen ? und wie kann diesen begegnet werden ? Wie werden Gegenkonzepte durch den Betriebsrat entwickelt ? Sind solche Konzepte mit handfesten betriebswirtschaftlichen Argumenten unterlegt und realisierbar ? Wie die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber vorbereitet ? Welche Gestaltungswege sind erzwingbar ? Wie kommt der Betriebsrat an Ergebnisse einer Due-Diligence ? Geht eine Umstrukturierung mit einem Personalabbau einher ? Wie werden Verhandlungsschritte geplant ? Wie sieht die Kommunikationspolitik des Betriebsrates aus ? Soll ein bestimmter Handlungsdruck erreicht werden ?

Ein erheblicher Part bei Umstrukturierungen hängt an diesen Fragen ab und wie insbesondere ein Unternehmen diese im Vorfeld bereits vorbereitet und entsprechende Aktionen in Kraft setzt. Das ist Arbeit, die abhängig ist unter anderem von einschlägiger Unternehmens-Erfahrung; detaillierten Abstimmungsrunden mit den beteiligten Personen, stetiger Kommunikation und der Kenntnis über die wahrscheinlichen Lösungswege der Betriebsräte sowie dem Gespür für die klimatischen Verhältnisse im Unternehmen unterstützt von den erforderlichen rechtlichen Prämissen.